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Erdgasmobilität: Negativen Trend jetzt umkehren! (FOTO)

Berlin (ots) -

- Absatz von Erdgasfahrzeugen um 30 Prozent gesunken
- Initiative plädiert für umfassendes Maßnahmenpaket
- Vorteile von Erdgasmobilität sollen bei Energiesteuer und
Lkw-Maut angerechnet werden

Der aktuelle Fortschrittsbericht der von der Deutschen
Energie-Agentur (dena) koordinierten Initiative Erdgasmobilität
zeigt, dass der Absatz von Erdgas-Pkws im Jahr 2015 um rund 30
Prozent auf 6.520 zurückgegangen ist - trotz der zunehmenden Umwelt-
und Klimaprobleme, die durch den Verkehrssektor verursacht werden.
Der Bestand an Erdgasfahrzeugen und Tankstellen ist damit zum ersten
Mal niedriger als im Vorjahr. Mit über 900 Tankstellen steht den
Nutzern von Erdgasfahrzeugen dennoch ein im europäischen Vergleich
umfangreiches Netz zur Verfügung.

Als wesentliche Ursachen für die Marktentwicklung nennt der
Bericht die niedrigen Preise für Benzin und Diesel und die
Ungewissheit über die geplante Verlängerung der
Energiesteuerermäßigung für Erdgas und Biomethan über das Jahr 2018
hinaus. Ein Gesetzentwurf wird derzeit von den verantwortlichen
Ministerien abgestimmt. Die Nutzerakzeptanz leidet auch darunter,
dass vielen Verbrauchern die Vorteile der Erdgasmobilität nicht
bewusst sind. So ist aufgrund wenig durchschaubarer Preisangaben an
den Tankstellen nicht auf den ersten Blick erkennbar, wie günstig
Erdgas tatsächlich ist.

Der Fortschrittsbericht wurde heute auf der Jahresveranstaltung
der Initiative Erdgasmobilität von dena-Geschäftsführerin Kristina
Haverkamp vorgestellt und an den Parlamentarischen Staatssekretär
beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Norbert
Barthle, übergeben.

Norbert Barthle: "Pkws, Busse und Lkws auf Basis von Erdgas und
Biomethan sind eine kosteneffiziente und für alle Einsatzbereiche
verfügbare saubere Alternative. Allerdings fehlen in der
Modellpalette beispielsweise Erdgashybridfahrzeuge, die übrigens auch
von der Elektrokaufprämie profitieren könnten. Zudem sind die
Anschaffungskosten für LNG-Fahrzeuge noch vergleichsweise hoch.
Deshalb fördern wir seit diesem Jahr erste Pilotprojekte für
LNG-Lkw-Flotten. Die Transporteure bekommen damit einen Teil der
höheren Fahrzeugbeschaffungskosten erstattet. Gleichzeitig sichern
diese Piloten die Nachfrage nach neuen öffentlich zugänglichen
Tankstellen. Darüber hinaus werden wir die Aktivitäten der Initiative
Erdgasmobilität weiter unterstützen, uns für eine schnelle Umsetzung
einer Energiesteuerermäßigung für Erdgas und Biomethan als Kraftstoff
starkmachen und für transparente Preisangaben an den Tankstellen
sorgen."

Kristina Haverkamp plädierte dafür, politische Maßnahmen zu
ergreifen und eine schlüssige Gesamtstrategie für umwelt- und
klimafreundliche Mobilität zu entwickeln. "Unser Fortschrittsbericht
macht deutlich: Ohne verlässliche politische Rahmenbedingungen und
zusätzliche Unternehmensinvestitionen werden sich alternative
Kraftstoffe und so auch die Erdgasmobilität nicht im notwendigen Maße
entwickeln. Erdgas und Biomethan werden die Herausforderungen des
Verkehrs nicht allein lösen können. Sie sind aber sofort verfügbar
und damit besonders wichtige Bestandteile einer nachhaltigen und
sauberen Mobilität der Zukunft. Die Initiative Erdgasmobilität
schlägt - neben anderen wichtigen Maßnahmen - vor, dass die
öffentliche Hand in der Beschaffung stärker auf Erdgasfahrzeuge setzt
und bei Ausschreibungen die Emissionen von Fahrzeugen und
Kraftstoffen berücksichtigt. Auch sollten Förderprogramme und
Informationsinitiativen der Bundesregierung grundsätzlich
technologieoffen gestaltet sein und damit alle alternativen
Kraftstoffe stärken."

Marktentwicklung: Erstmals weniger Fahrzeuge und Tankstellen als
im Vorjahr

Nach dem Fortschrittsbericht der Initiative Erdgasmobilität sank
der Bestand an Erdgasfahrzeugen bis Anfang 2016 auf insgesamt 98.000,
1,8 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die Zahl der
Erdgastankstellen ging um 10 auf 911 zurück. Damit waren beide
Kenngrößen erstmals rückläufig. Der negative Trend hat sich auch im
ersten Halbjahr 2016 fortgesetzt.

Gleichzeitig sind die umwelt- und klimapolitischen
Herausforderungen im Verkehr weiter gewachsen. Die
Treibhausgas-Emissionen haben sich 2015 erneut erhöht und liegen
jetzt wieder auf dem Niveau von 1990. In vielen Kommunen
überschreitet die Belastung durch Stickoxid und Feinstaub deutlich
die erlaubten Grenzwerte. Die EU-Kommission hat bereits ein
Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland eingeleitet,
Umweltverbände haben gegen einzelne Kommunen Klage eingereicht.
Außerdem zeigt die Diskussion um den Dieselkraftstoff unter anderem,
dass es immer schwieriger wird, die Schadstoff- und CO2-Grenzwerte
mit Fahrzeugen auf Basis herkömmlicher Kraftstoffe einzuhalten.

Erdgas und Biomethan bieten als Kraftstoff mehrere Vorteile für
Umwelt- und Klimaschutz. Sie sind eine bereits heute mit vielen
Fahrzeugmodellen gut verfügbare saubere und bezahlbare Alternative.
Durch den aktuellen Kraftstoffmix - gegenwärtig liegt die Beimischung
von abfall- und reststoffbasiertem Biomethan bei 20 Prozent - fallen
die CO2-Emissionen im Vergleich zu Benzin um über 30 Prozent und im
Vergleich zu Diesel um rund 20 Prozent geringer aus. Der Ausstoß von
Stickoxid ist um bis zu 90 Prozent niedriger als bei
Dieselfahrzeugen.

Zur Initiative Erdgasmobilität

Die Initiative Erdgasmobilität vereint neben Kundenorganisationen
namhafte Unternehmen des Energie- und Verkehrssektors entlang der
gesamten Wertschöpfungskette. Sie steht unter der Schirmherrschaft
des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur und wird durch die dena koordiniert.
Die Initiative unterstützt das Ziel der Bundesregierung, den Anteil
von CNG (Compressed natural gas) und LNG (Liquefied natural gas) im
Verkehrssektor zu erhöhen. Dafür bündelt sie die Position der
beteiligten Unternehmen und Branchen, bereitet Informationen auf und
entwickelt Handlungsempfehlungen. Im Rahmen der Initiative haben die
dena, der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) und die
Brancheninitiative Zukunft ERDGAS Ende 2015 zusätzlich die
LNG-Taskforce gestartet, um gezielt LNG im Straßenverkehr
voranzubringen.

Der Fortschrittsbericht "Nachhaltige Mobilität mit Erdgas und
Biomethan. Marktentwicklung 2015/2016" steht zum Herunterladen bereit
unter www.dena.de/presse; weitere Informationen zur Initiative
Erdgasmobilität unter www.erdgasmobilitaet.info.



Pressekontakt:
Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena), Dr. Philipp Prein ,
Chausseestraße 128 a, 10115 Berlin
Tel: +49 (0)30 72 61 65-641, Fax: +49 (0)30 72 61 65-673, E-Mail:
presse@dena.de, Internet: www.dena.de

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